Wahrheit & Waffeln
Eine Reihe philosophischer Treffen in der Pförtner*in
für alle ab 12 Jahren
Konzept & Leitung: Susanne Boscher
Ein philosophisches Gespräch eröffnet einen gemeinsamen Denkraum, in dem wir Fragen stellen, sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und miteinander ins Gespräch kommen. Im Zentrum steht nicht die Suche nach endgültigen Antworten, sondern die Freude am gemeinsamen Nachdenken – als Alltagspraxis, die uns hilft, bewusster, wacher und reflektierter durch die Welt zu gehen. Philosophieren wird hier zu etwas, das nicht nur in Büchern oder Hörsälen stattfindet, sondern mitten im Leben: im Austausch, im Zuhören, im Innehalten.
Das Gespräch versteht sich zugleich als eine Form angewandter Demokratie. Jede Stimme zählt, jede Perspektive erweitert das gemeinsame Verständnis. Wir üben, eigene Meinungen und Haltungen zu entwickeln, sie zu hinterfragen – und ebenso wichtig: andere Perspektiven stehen zu lassen. Unterschiedliche Sichtweisen dürfen nebeneinander existieren, ohne dass eine die andere übertönen muss. So entsteht ein Raum, in dem Vielfalt nicht stört, sondern trägt.
Ein besonderer Teil des Formats ist die gemeinsame Themenfindung. Die Frage, über die wir sprechen, wird nicht vorgegeben, sondern in der Gruppe erarbeitet. Erst dann beginnt das eigentliche Gespräch – offen, neugierig, respektvoll.
Der Austausch lädt dazu ein, eigene Erfahrungen einzubringen, neue Perspektiven zu entdecken und vielleicht auch ungewohnte Gedanken auszuprobieren. Wer Lust hat, sich auf ein lebendiges, demokratisches und zugleich alltagsnahes Philosophieren einzulassen, ist herzlich willkommen.
Im Anschluss gibt es Waffeln für alle.
Termine: So, 29.11. | 11:00 sowie in 2027: So, 17.01. + So, 14.02. + So, 07.03. | jew. 11:00
Ort: Die Pförtner*in, Dachauer Str. 110a, 80636 München
Dauer: jew. 90 Min.
Sprache: Deutsch
Tickets: Der Eintritt ist frei, zur besseren Planbarkeit wird jedoch eine Anmeldung per Email an hallo@pathos.theater erbeten.
Justiz im philosophischen Gespräch
So, 29.11. | 11:00
Begriffe wie Strafe, Vergeltung und Recht bleiben nicht abstrakte Theorie, sondern werden im philosophischen Gespräch greifbar: Warum strafen Gesellschaften? Geht es darum, Leid auszugleichen, zukünftiges Leid zu verhindern, Menschen zu bessern oder die Gemeinschaft zu schützen? Schon hier zeigt sich, wie unterschiedlich Menschen Gerechtigkeit verstehen können.
Hier entstehen Konflikte: Geht es um Vergeltung oder Prävention? Um individuelle Freiheit oder Verantwortung? Auch die Frage, ob der Staat moralisch urteilen darf oder lediglich Verhalten regulieren soll, öffnet ein weites Feld und fordert dazu auf, eigene moralische Maßstäbe zu prüfen.
Aktuelle Themen erweitern das Gespräch: Algorithmen, die Menschen als Risiko einstufen, werfen Fragen nach Verantwortung und Freiheit auf. Künstliche Intelligenz stellt die klassische Täter-Opfer-Logik infrage. Restorative Justice* zeigt Alternativen zum Strafdenken auf, während die Idee einer Welt ohne Gefängnisse unser Denken herausfordert. Ziel ist ein vielschichtiger Diskurs, der unterschiedliche Sichtweisen zulässt.
*)Restorative Justice bezeichnet dabei einen Ansatz, der Wiedergutmachung, Verantwortungsübernahme und die Bedürfnisse der von einer Tat Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.
Susanne Boscher (she/her), geboren 1983, Theaterwissenschaftlerin aus München, die nach dem Studium zunächst in die PR- und dann die Verlagsbranche einstieg und nun seit zehn Jahren als Coach vor allem für arbeitslose Akademiker*innen arbeitet. Hinzu kam vor knapp zwei Jahres das Philosophieren im Alltag an Schulen und in einem regelmäßigen Salon zu Themen wie Arbeit, Familie, Lebensraum oder Wahrheit hinzu.
Die Pförtner*inDiskursErwachseneJugendliche
Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

© Foto: Perplexity
