couRAGE!

Residenz-Showing 

von HARTMANNMUELLER   

Das Residenzprojekt "couRAGE!" am PATHOS theater soll als Labor zum unabhängigen und eigenständigen Teil der fortlaufenden Auseinandersetzung von HARTMANNMUELLER mit dem Thema Wut werden. Hierbei erweitern Simon HARTMANN und Daniel Ernesto MUELLER ihre Versuchsanordnung um Performer*innen verschiedener darstellender Künste und deren biografische Einschreibungen.

Als ergebnisoffene Prozesse sind Improvisationen, Bewegungsstudien, stimmliche Experimente und räumliche (Versuchs-)Anordnungen geplant, die dokumentiert und ausgewertet werden sollen, etwa in Notationen, Audioaufzeichnungen, Bewegungsprotokollen oder diagrammatischen Partituren.

Im Fokus steht die Mikroskopie eigener und anderer künstlerischer Arbeitsweisen. Auf diese Weise entsteht innerhalb des Forschungsvorhabens eine Kontinuierlichkeit, die auch strukturell auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist: Gearbeitet wird mit minimalen materiellen Mitteln und einer Konzentration auf übertragbare Methoden.

Die entstehenden Scores lassen sich weiterverwenden, anpassen und in zukünftige Projekte integrieren und bilden so ein langfristig nutzbares künstlerisches Instrumentarium – individuell und unabhängig von Besetzung, Raum oder Produktionsbedingungen einsetzbar.


Hinter HARTMANNMUELLER verbergen sich die zwei Choreographen und Performer Simon HARTMANN und Daniel Ernesto MUELLER. Sie lernten sich 2006 während ihres Studiums zum Bühnentänzer an der Folkwang Universität der Künste in Essen kennen und gründeten 2011 das Künstlerkollektiv HARTMANNMUELLER. 2015 erhielten sie den Förderpreis der Stadt Düsseldorf im Bereich der Darstellenden Kunst. Seit 2021 erhalten sie zudem die Spitzenförderung des Landes NRW.


Auf der Bühne und in den ausdrucksstarken Fotokampagnen zeigen sich HARTMANNMUELLER als Kunstfiguren, die gekonnt mit Stereotypen und popkulturellen Ästhetiken spielen und den Betrachtenden ein Augenzwinkern hinterherschicken. Ihr künstlerisches Profil spannt sich zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, Tanz und Performance, verschiedenen Genderrollen, Klischees und Träumereien. Im Zentrum steht dabei der Mensch in seinen Verhaltensweisen als verschrobenes Wesen, das permanent Sinn zu kreieren versucht und sich doch im Unsinn wiederfindet. Dabei unterhalten, fordern und strapazieren sie ihr Publikum im besten Sinne. Stilistisch orientieren sie sich an Mitteln der Film- und Popkultur der 80er und 90er Jahre. Ihre Stücke sind Räume voller Poetik, in der jedes Requisit, jedes Kostüm, jeder Soundschnipsel Träger einer weiteren Storyline sein kann, die wir oft glauben zu kennen – um dann doch von HARTMANNMUELLER ein ganz eigenes Leben eingehaucht zu bekommen und unsere Vorstellungen hinterfragen. Dabei sind sie nie belehrend.

Die Arbeiten richten sich an keine bestimmte Zielgruppe. Vielmehr arbeiten sie an einer universellen Bühnensprache, die von jung und alt unterschiedlich aufgenommen und verstanden werden kann.

Mit dem tanzhaus nrw Düsseldorf und dem Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim als Koproduktionspartner, sowie PACT Zollverein in Essen und der Fabrik Heeder in Krefeld als Unterstützer, im Sinne von Residenzort und Reflexionsraum, sind sie breit in NRW aufgestellt. Ihre choreografischen Arbeiten touren international und werden an renommierten Spielstätten gezeigt. Neben dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen werden ihre Produktionen regelmäßig von der Kunststiftung NRW, dem NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, dem Kulturbüro der Stadt Krefeld und dem Kulturamt der Stadt Düsseldorf gefördert.


Termin:  Mi, 04.11. | 18:00
Ort: Playground, Dachauer Str. 112d, 80636 München
Dauer:  ca. 60 Min. 
Sprache: Deutsch
Tickets: kostenfrei

anderer OrtErwachsenePerformance


Als Teil des Netzwerks Feier Theater ist das PATHOS theater ein Residenzort für die Residenzförderung des Fonds Darstellende Künste.

Die Residenz wird gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

© Foto: Dennis Yenmez