HOPE
Performance von nebel nebel
„Der Erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen „Dies gehört mir" und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wie viele Verbrechen, Kriege, Morde, wieviel Elend und Schrecken wäre dem Menschengeschlecht erspart geblieben, wenn jemand die Pfähle ausgerissen und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: „Hütet euch, dem Betrüger Glauben zu schenken; ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass zwar die Früchte allen, aber die Erde niemandem gehört."
Jean-Jacques Rousseau: “Diskurs über die Ungleichheit”
Großstädter retten sich in Schrebergärten, andere annektieren ganze Länder und rund 60 Jahre nach der ersten Mondlandung ist das All erneut zur Projektionsfläche für Machtfantasien geworden. Was einst Segelschiffe über Ozeane trugen, fliegt heute in Raketen durch die endlose Weite: die alte Idee, dass sich alles erobern, vermessen, verwerten lässt. Aber wie entkommt man einem territorialen Besitzdenken, das bis zu den Sternen reicht?
HOPE ist eine begehbare Bühneninstallation mit Live-Performance, die das Publikum im Rahmen einer inszenierten Führung durch eine animierte Objekttheater-Welt führt. Zwei Performer*innen erzählen eine fantastische Geschichte über Besitzansprüche, menschliche Hybris und die Kraft nicht-menschlicher Akteure. Ausgehend vom Mond hinterfragt HOPE in einer skurrilen Versuchsanordnung das Verhältnis von Mensch und Umwelt. Die Zuschauer*innen ersteigern ihr persönliches Stück Mond und werden Zeug*innen eines absurden intergalaktischen Rechtsstreits, der zeigt: Nicht alles lässt sich einzäunen – schon gar nicht das, was nie jemandem gehört hat außer sich selbst. Der Mann im Mond wird Realität und mit der Konsequenz seiner romantischen Phantasie konfrontiert. Wohin führt uns das Freiheitsversprechen der Besitzlogik?
Künstlerische Leitung nebel nebel (Lisa Chiara Kohler, Hannah von Eiff, Balthasar Wörner) | Bühne und Kostüm Lisa Chiara Kohler, Hannah von Eiff | Komposition, Sound Design Balthasar Wörner | Performance Emma Stratmann, Hardy Jürgens | Technische Gestaltung Jost von Harleßem | Dramaturgie und Figurenbau Hanke Wilsmann | Visuelle Kommunikation Alexander Brueggeboes
Lisa Chiara Kohler, geboren 1995 in Stuttgart, lebt und arbeitet als Bühnen- und Kostümbildnerin in München. Nach dem Abitur absolvierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München ein Studium der Theater-, Sprach- und Literaturwissenschaft. Anschließend studierte sie von 2018 bis 2024 Bühnen- und Kostümbild an der Akademie der Bildenden Künste München in der Klasse von Prof. Katrin Brack, welches sie mit dem Diplom abschloss. Vor und während ihrer Studienzeit sammelte sie Erfahrungen in diversen Hospitanzen sowie Regie- und Bühnenbildassistenzen am Schauspielhaus Zürich, den Münchner Kammerspielen, dem Residenztheater München, und dem Schauspiel Stuttgart. In dieser Zeit arbeitete sie unter Anderem mit den Regisseur*innen Tina Lanik, Sebastian Baumgarten, Frank Castorf und Armin Petras sowie den Bühnenbildner•innen Annette Riedel, Márton Ágh, Aleksandar Denić und Stefan Hageneier zusammen. Sie wurde 2022 mit dem Deutschlandstipendium und dem Preis der Brigitte und Ekkehard Grübler-Stiftung der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet. Ihre Bühnen- und Kostümbilder wurden u. a. am Schauspielhaus Zürich, den Münchner Kammerspielen, dem Theater Dortmund, dem Nationaltheater Mannheim, dem Theater und Orchester Heidelberg, dem Lofft Leipzig, dem Jungen Ensemble Stuttgart, dem Stadttheater Ingolstadt, dem Hessischen Landestheater Marburg sowie dem Theater Trier gezeigt. lisakohler.com
Hannah von Eiff, geboren 1993 in Frankfurt am Main, arbeitet als Bühnen- und Kostümbildnerin. Hannah von Eiff ist gelernte Fachkraft für Veranstaltungstechnik und arbeitete als Bühnentechnikerin am Schauspiel sowie der Oper Frankfurt am Main. Anschließend studierte sie Bühnen- und Kostümbild bei Katrin Brack an der Akademie der Bildenden Künste in München. 2024 absolvierte sie in München ihr Diplom. Sie war Stipendiatin der Brigitte und Ekkehard Grübler-Stiftung, sowie der Studienstiftung des deutschen Volkes. Für die Performance „Licht" (Regie: Tea Tupajic) entwickelte sie während dem Studium zusammen mit Lisa Chiara Kohler an den Münchner Kammerspielen die Ausstattung. Ihre Arbeit führte sie außerdem an die Landestheater in Marburg und Tübingen, das Schauspielhaus Graz, sowie diverse freie Produktionshäuser. Sie zeichnet sich für die Ausstattung der Produktionen „Tragödien-bastard" DUA und „Pollesch wäre das nicht passiert" UA (Regie: Romy Lehmann) am Landestheater Marburg verantwortlich. Letzteres wurde 2024 zu den Hessischen Theatertagen eingeladen. Am Schauspielhaus Graz entwarf sie zuletzt Bühne und Kostüme für „Prima Facie" und „lokaste" (Regie: Anne Bader), sowie „Echtzeitalter" UA (Regie: F.Wiesel und Timon Jansen). hannahvoneiff.de
Balthasar Wörner wurde 1998 in Stuttgart geboren. Von 2011 bis 2013 wirkte er in der Tanztheaterproduktion „9 Leben" am Jungen Ensemble Stuttgart mit. Diese gastierte unter anderem bei den Festivals Blickfelder Zürich, Augenblick Mal! Berlin sowie den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. In der Spielzeit 2016/17 hospitierte und assistierte er mehrmals am Theater Heidelberg. In der Spielzeit 2017/18 folgte ein Freiwilliges Soziales Jahr am Münchner Residenztheater. Ab 2020 studierte er Theaterwissenschaft an der LMU München. 2015 komponierte er erstmals Musik für das Theater („[KJeine Ahnung vom Leben",Theater an der Meerwiese Müns-ter). Seitdem folgten Arbeiten als Live-und Theatermusiker, unter anderem am Jungen Ensemble Stuttgart, dem Theater Heidelberg, der Theaterakademie August Everding München, dem LOFFT Leipzig und dem Schauspiel Duisburg.
Emma Stratmann wurde 2001 am Niederrhein geboren. Erste Theatererfahrungen sammelte sie am Theater Duisburg, seit 2021 studiert sie Schauspiel an der Theater Akademie August Everding. Im Jahr 2022 war sie Stipendiatin des Deutschen Bühnenvereins. Ab 2022 war sie als Chorführerin in „Medea" am Residenztheater zu sehen (Regie: Karin Henkel). Im Jahr 2023 stand sie in „Wir im Finale" auf der Bühne des Akademie Theaters (eingeladen zu den Bayerischen Theatertagen 2024). 2024 spielte sie unter anderem die Helena in „Kassandra", der Abschlussproduktion ihres Jahrgangs und verkörperte Wiebke im HFF Abschlussfilm „Die Zelle". Januar 2025 wirkte sie in der Produktion „Perse-phone.Das Wandern" (Regie: Nick Tlusty) mit, welche auch beim Körber Festival für Junge Regie gezeigt wurde. Im Februar 2025 spielte sie in „Die Baugrube" (Regie: Fabiola Kuonen), seit März ist sie als Lisa in der Jung&Jeder Produktion der Salzburger Festspiele „Mein ziemlich seltsamer Freund Walter" zu sehen. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie festes Ensemblemitglied am Landestheater Tübingen.
Hardy Jürgens, geboren 1997 in Heilbronn, studierte er von 2020 bis 2024 Schauspiel an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (KUG). Neben seinem Studium arbeitete Hardy Emilian Jürgens als Film-schauspieler, Sprecher oder moderierte die steirische Landesmeisterschaft im Kraftdreikampf. 2023 spielte er unter der Regie von Lorenz Nolting in „MOBY DICK" am Schauspielhaus Graz und im Sommer 2023 wurde seinem Jahrgang mit der Produktion „TEMP:EST" (Regie Ed Hauswirth) der Ensemblepreis des Schauspielschultreffens verliehen. In der Spielzeit 23/24 war er Ensemblemitglied des Volkstheaters Wien im Rahmen der Kooperation mit der KUG und wirkte unter anderem mit in „DIE INKOM-MENSURABLEN" (Regie Nils Voges), ,DU MUSST DICH ENTSCHEIDEN!" (Regie Kay Voges) und „DER KLEINE PRINZ" (Regie Johanna Mitulla).
Unter dem Label F. Wiesel arbeiten Hanke Wilsmann und Jost von Harleßem mit wiederkehrenden Kollaborateur*innen. Beide studierten Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen und entwickeln seit 2011 im Raum Frankfurt am Main Theaterproduktionen und Installationen.
Jost von Harleßem, geboren 1987, studierte von 2008-2009 Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg und von 2009-2018 Angewandte Theaterwissenschaft (BA/MA) an der JLU Gießen. Neben seinen eigenständigen Arbeiten ist er als Gestalter für Licht-, Video- und Bühnenkonzeptionen bei verschiedenen Produktionen verantwortlich. Er konzipierte Bühnenbilder für Theaterabende am Stadttheater Gießen, Theater Oberhausen, Theater- und Orchester Heidelberg sowie am Schauspielhaus Wien, dem Schauspielhaus Graz und dem Mousonturm Frankfurt. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet ihn seit 2013 mit dem Performance-Kollektiv FUX.
Hanke Wilsmann, geboren 1987, studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der JLU Giessen. Neben ihrer künstlerischen Arbeit betreute sie ab 2014 im internationalen Touring Team die Arbeit Situation Rooms der Performancegruppe Rimini Protokoll und führte von 2018 bis 2023 in einer Doppelspitze die Projektleitung des Frankfurt LAB; einem Produktions- und Aufführungsort für zeitgenössische Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Seit Mai 2025 ist sie Teil des neuen Projektkoordinations- und Produktionsleitungsteams von Vision 31 in dessen Rahmen die Aktivierung hin zur kulturellen Zwischennutzung der ehemaligen Kunstbibliothek auf dem Kulturcampus-Areal in Frankfurt Bockenheim strukturell aufgebaut wird.
Alexander Brüggeboes, geboren 1992 in Stuttgart, arbeitet als Gestalter für visuelle Kommunikation. Seit 2023 studiert er Kommunikationsgestaltung an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd u.A. bei Michael Burke und Jürgen Hoffmann sowie Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel bei Marion Fink und Annik Troxler. Nach dem Abitur absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Anschließend studierte er Online-Medien-Management an der Hochschule der Medien Stuttgart und schloss das Studium mit einer Arbeit zu Anwendungsfeldern virtueller Realität in der Kunst- und Kulturbranche ab. Berufserfahrungen sammelte er unter anderem am Institut für Leichtbau, Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart. Dort entwickelte er Architekturvisualisierungen für den Sonderforschungsbereich 1244 sowie gestalterische Arbeiten für die Conference on Adaptivity CRC 1244. Während seines Praxissemesters im Büro für Gestaltung Frank Abele in München war er an der Konzeption und Gestaltung von Leitsystemen beteiligt. Zu seinen Arbeiten zählen die historische Informationsgestaltung für den Diakonissenplatz der Stadt Stuttgart, eine Kulturplakatreihe für das Roxy Theater Birsfelden in Basel sowie Plakat- und Layoutentwürfe für offizielle Veranstaltungen der HfG Schwäbisch Gmünd. Für die Theaterproduktion Der Mensch erscheint im Holozän an der Theaterakademie August Everding München entwickelte er Video und Animationen. Er gestaltete Plakate für Produktionen der HfMDK Frankfurt und übernahm das Grafikdesign für den Spielfilm Machines of Loving Grace der HFF München. Darüber hinaus entwickelte er Designrichtlinien für Kultur im Bunker Stuttgart. Seine Arbeit Voice of the River wurde im Rahmen der Neckartagung zur IBA ’27 präsentiert. Seine gestalterischen Schwerpunkte liegen in der Informationsvermittlung, Signaletik, Typografie und Fotografie.
Termine: Fr, 31.07. + Sa, 01.08. | 20:00 sowie So, 02.08. | 18:00
Ort: PATHOS theater
Dauer: ca. 90 Min.
Sprache: Deutsch
Tickets: 30 € Support-Ticket | 20 € normal | 12 € ermäßigt | 5 € Mindestpreis
Klimafolgekosten-Tickets: 32 € Support-Ticket | 22 € normal | 14 € ermäßigt | 7 € Mindestpreis
Informationen zum Klimafolgekosten-Ticket gibt es hier.
DiskursErwachseneInstallationJugendlicheMultimediaPATHOS theaterPerformanceTheater
Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.
© Grafik: Alexander Brueggeboes
Behindertenparkplatz
Eingeschränkte Barrierefreiheit
