Internationale Wochen gegen Rassismus 2026
Smells of Racism
Immersive Performance Lecture von Sandra Chatterjee & Friends
Wie oder was riecht Rassismus? Von alltäglichen Vorurteilen bis hin zu den philosphischen Ausführungen Immanuel Kants über die Beziehung zwischen Geruch und 'Rasse' hat die Verbindung von Rassismus und Geruch eine lange abendländische Tradition.
Haben wir uns jemals gefragt, ob wir den versteckten Geruch von Schweiß, Blut, Tränen und systematischer historischer Ausbeutung von Menschen wahrnehmen, wenn wir unseren Kaffee oder Tee trinken oder mit unseren geliebten Gewürzen kochen? Haben wir jemals einen Straßenreiniger gefragt, wie er jeden Tag in seinem eigenen Leben an den Rand gedrängt wird, weil er unseren Müll säubert?
In der Performance Smells of Racism tauchen wir gemeinsam in diese Geschichten über Geruch und Rassismus ein: mit Musik, Tanz und Gerüchen.
Und wir suchen Antidoten gegen Alltagsrassismen: Ob mehr Einfühlungsvermögen (Rose) oder mehr Beruhigung (Lavendel), mehr Wut (Asafötida) oder Weitsicht (Lorbeer) – die Antidoten und Gegenmaßnahmen sind so vielfältig wie die rassistischen Situationen, denen wir im Alltag begegnen.
Gemeinsam mit dem Publikum kreieren wir ein Räucherwerk, das symbolisch den bösen Geist des Rassismus vertreiben soll. Ein anhaltender Prozess!
Wir riechen Räuchermischungen, kreiert mit Zuschauer*innen vergangener Performances in München, Wien, und Oldenburg und stellen eine neue Räuchermischung zusammen – für das nächste Publikum.
Von und mit Sandra Chatterjee, Arko Mukhaerjee und Kanishka Sarkar | Technische Leitung Friedrich Günther | Illustrationen Avirup Basu | Recherche und Outside Eye Theresa Seraphin | Philosophischer Input André Grahle
Sandra Chatterjee, Choreographin und Wissenschaftlerin in den Bereichen Culture & Performance und Tanzwissenschaft, ist interessiert an direkter Interaktion mit dem Publikum. Zu ihren aktuellen Projekten zählen die choreographische Arbeit mit Gerüchen (Smells of Racism / SWEAT - Smells of Labour), Noor Inayat Khan - Performance Miniaturen (2023), Dance with the Stars #1 (2025), und die Organisation von CHAKKARs – Moving Interventions. Für 2020-2022 wurde sie als Künstlerin der internationalen Austausch- und Produktionsplattform Freischwimmen ausgewählt.
Arko Mukhaerjee, vielseitiger Sänger und Musiker in der unabhängigen indischen Volksmusikszene, singt Volkslieder aus Europa, aus dem afrikanischen Kontinent, Lateinamerika und dem südasiatischen Subkontinent sowie Sufi, Blues, Soul und verschiedene ‘tribal’ Musikformen aus Indien und Bengalen.
Kanishka Sarkar ist Gründungsmitglied von Cactus, einer der ersten ‘vernacular’ Bengali Pop/Rock Bands, in der er elf Jahre spielte – mit über 2000 Konzerten und vier Plattenverträgen bei EMI India. Kanishka lebt und arbeitet in Berlin, wo er gemeinsam mit Ralf Denker Musik produziert.
Termin: Fr, 20.03. | 20:00
Ort: PATHOS theater
Dauer: ca. 120 Min.
Tickets: 30 € Support-Ticket | 20 € normal | 12 € ermäßigt | 5 € Mindestpreis
Klimafolgekosten-Tickets: 32 € Support-Ticket | 22 € normal | 14 € ermäßigt | 7 € Mindestpreis
Informationen zum Klimafolgekosten-Ticket gibt es hier.
Smells of Racism – Eine Performance Lecture von Sandra Chatterjee & Friends
Worum geht es:
Diese Aufführung beschäftigt sich mit der Frage: Wie riecht Rassismus?
Rassismus bedeutet: Menschen werden unterschiedlich behandelt, weil sie einer bestimmten Gruppe angehören – zum Beispiel wegen ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Kultur.
Schon seit vielen Jahrhunderten gibt es in Europa Verbindungen zwischen Geruch und Rassismus. Sogar der Philosoph Immanuel Kant schrieb im 18. Jahrhundert darüber, wie er bestimmte Gerüche mit sogenannten „Rassen“ verband – also mit Gruppen von Menschen, die er als unterschiedlich ansah. Heute wissen wir: Diese Vorstellungen sind rassistisch und falsch.
Die Performance fragt:
Riechen wir vielleicht unbewusst Dinge, die mit Ausbeutung und Ungerechtigkeit zu tun haben – zum Beispiel, wenn wir Kaffee oder Tee trinken oder Gewürze benutzen, die aus früheren Kolonien kommen?
Haben wir schon einmal mit Menschen gesprochen, die unsere Städte sauber halten – also mit Straßenreiniger*innen – und gefragt, wie sie sich dabei fühlen, wenn sie trotz ihrer wichtigen Arbeit oft geringgeschätzt werden?
Was passiert in der Aufführung:
In Smells of Racism geht es um diese Fragen mit Musik, Tanz und Gerüchen.
Gemeinsam mit dem Publikum suchen die Künstler*innen nach „Antidoten“ – also Gegengiften – gegen Alltagsrassismus.
Jedes „Antidot“ steht für eine andere positive Eigenschaft:
Rose: Einfühlungsvermögen, also Mitgefühl und Verständnis
Lavendel: Ruhe und Entspannung
Asafötida: Wut und Energie, um sich zu wehren
Lorbeer: Weitsicht und Klugheit
Zusammen mischen die Teilnehmenden Räucherwerk – also eine duftende Mischung, die beim Verbrennen Rauch entwickelt. Dieses Räucherwerk soll symbolisch den „Geist des Rassismus“ vertreiben.
Das passiert nicht einmal, sondern immer wieder: In jeder Stadt entsteht eine neue Mischung. So ist es ein fortlaufender Prozess – ein gemeinsames Ritual gegen Rassismus.
Das Publikum kann auch Mischungen riechen, die in früheren Aufführungen in München, Wien und Oldenburg entstanden sind, und eine neue Mischung für das nächste Publikum schaffen.
© Trailer/Stills: Sarbajit Ghosh
Tastführung
Relaxed Performance
Early Boarding
Für blinde und sehbehinderte Personen
Behindertenparkplatz
