The rich eat
Ein Monolog über Macht, Geld und eine Torte
von Cornelia Maschner
“Unternehmer achtet man, aber uns Erben achtet man gar nicht.”
Was bleibt, wenn der soziale Aufstieg durch Arbeit unmöglich wird? Wenn ein sicheres Leben allein davon abhängt, ob man erbt oder nicht? In Deutschland ist es nicht mehr möglich, durch Arbeit aufzusteigen. Das Haus, die Wohnung, das sichere Leben sind für viele eine Utopie. “the rich eat“, entwickelt für das PATHOS theater, nimmt dabei die Perspektive einer Erbin ein. Wir befinden uns im Jahr 2090: Gabriele hat zu Kaffee und Torte eingeladen und gibt ihr letztes Live-Interview. Der Ansatz ist der Produktion ist außergewöhnlich: Gabrieles gesprochene Texte sind alle echt. Sie kommen aus Interviews, Dokus und dem Internet – es entstehen ein Monolog und eine Kunstfigur: Gabriele. Gabriele lebt zwischen Weißwurst in St. Moritz, Champagner-Maß im Käferzelt und Geschäftsreisen im Privatjet. Doch ihr Reichtum, ihre Macht und ihre Verantwortung lasten schwer – und betrachten die Absurditäten und Widersprüche unserer Zeit. Wie leicht lässt sich über so jemanden urteilen, ohne den eigenen Platz in dieser Dynamik zu hinterfragen?
“Der Krieg ist auch für mich schrecklich gewesen. Wir haben sehr viel Geld verloren. Ich hab jetzt nur noch 78 Millionen Dollar.”
Schauspiel Ursula Berlinghof | Regie/Text: Cornelia Maschner | Bühne Linda Sollacher | Kostüm Lisa Geller | Presse und Öffentlichkeitsarbeit Luis Argauer (Kulturbüro Todorow & Sacher)
Cornelia Maschner wuchs in einem kleinen Dorf ohne Bus und Bahnverbindung in Oberbayern auf und studierte trotzdem Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und Regie am Mozarteum in Salzburg. Im Anschluss begleitete sie als Regie-Assistentin die letzten beiden Spielzeiten von Armin Petras und die ersten beiden Spielzeiten von Anna Bergmann in Karlsruhe. Während dieser Zeit konnte sie nicht nur bereits an beiden Häusern inszenieren, sondern auch im Theater Pforzheim, an der Volksbühne Berlin und in der Münchner Freien Szene. In Karlsruhe brachte sie die deutsche Erstaufführung von Wolfram Lotz In Ewigkeit Ameisen auf die Bühne. 2020 machte sie sich als freie Regisseurin selbstständig und gründete in München das feministische Regiekollektiv GrosseMaschen, mit dem sie u.a den Theater-Horrorfilm retnecboJ inszenierte. Mit Der schwarze Stein konnte sie ihren ersten selbst geschriebenen Abend der Münchner freien Szene präsentieren, wobei der Abend komplett aus Werbetexten bestand. Seit dieser Spielzeit läuft ihr erstes Musical am Staatstheater Augsburg: Hedwig and the angry inch. Maschner hat sich auf komödiantische und groteske Arbeiten spezialisiert und ihr Talent dafür im Sommer 2021 an der Ecolé Jacques le cog in Paris nochmal verfeinert. Auch große Liebe für Popkultur war in ihren bisherigen Arbeit immer ein Thema. Zusätzlich ist sie als Gastdozentin für Schauspiel an der Theaterakademie August Everding, an der Zerboni-Schauspielschule und der Otto-Falckenberg Schule in München tätig.
Ursula Berlinghof, Jahrgang 1961, absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Saarbrücken mit Auszeichnung. Es folgten Engagements am Schauspielhaus Kiel, Stadttheater Heidelberg, Landsberg und Kempten, an den Staatstheatern Darmstadt und Braunschweig, an den Kammerspielen Landshut , Schauspielbühnen Stuttgart und vielen anderen. 2013 erhielt sie den Darstellerpreis der Wasserburger Theatertage. Ihre Stimme ist auf unzähligen Hörbüchern zu hören, sie ist außerdem als Sprecherin für Dokumentarfilme, Hörspiele und Videospiele tätig. Des Weiteren stand sie für zahlreiche Fernseh- und Kinoproduktionen vor der Kamera. Ursula Berlinghof lebt in München.
Linda Sollacher studierte an der Akademie der bildenden Künste München Bühnen- und Kostümbild in der Klasse von Katrin Brack. Als Gründungsmitglied des deutsch-polnischen Theaterkollektivs „inter.ference“ realisierte sie u.a. die Projekte Heimsuchung/Nawiedzenie und lost yesterdays (Diplom 2016) als Konzeptorin und Szenographin. Sie ist Stipendiatin der Brigitte und Ekkehard Grübler-Stiftung. Neben der Ausstattung von mehreren Produktionen in München (u.a. am Theater HochX, den Münchner Kammerspielen und der Bayerischen Staatsoper) gestaltete sie jüngst auch Bühnen- und Kostümbilder für Aufführungen in Krakau, Saarbrücken und Luzern.
Lisa Geller studierte Bühnen- & Kostümbild in München bei Katrin Brack und in Tokyo bei Horio Yukio. Sie entwirft Szenenbilder für Theater, Kino & Werbung. Außerdem werden diese Arbeiten ebenso wie ihre freien Projekte, u.a. Skulpturen, Raumistallationen und Fotografien, in Ausstellungskontexten gezeigt. Lisa Geller ist Gründungsmitglied gleich zweier Organisationen, die sich für die Nachhaltigkeit im Kunstbetrieb engagieren. Zum einen von »treibgut | materialinitiative GUg«, einer Initiative, die Materialien sammelt, die an großen Kulturinstituten ausgemustert werden, und diese an lokale Künstler:innen umverteilt. Dadurch wird eine Kreislaufwirtschaft ermöglicht und jährlich tausende Kilo CO2 eingespart. Zum anderen rief Lisa Geller gemeinsam mit anderen Bühnen- & Kostümbildner:innen die Initiative »treibstoff | Kostümfundus« ins Leben. Dies ist der erste Fundus für die Freie Theaterszene und macht somit nachhaltiges Arbeiten auch für kleinere, freie Häuser, die keinen eigenen Fundus unterhalten können, möglich.
Termine: Fr, 14.03. + Sa, 15.03. | 20:00 und So, 16.03. | 18:00
Dauer: ca. 60 min.
Ort: PATHOS theater
Tickets: 30 € Support-Ticket | 18 € normal | 12 € ermäßigt | 5 € Mindestpreis
Klimafolgekosten-Tickets: 32 € Support-Ticket | 22 € normal | 14 € ermäßigt | 7 € Mindestpreis
Informationen zum Klimafolgekosten-Ticket gibt es hier.
PATHOS theaterTheater
Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

© Fotos: Thomas Gothier
Inhalt in leichter Sprache
Worum geht es?
In dem Stück spricht eine Person. Diese Person heißt Gabriele.
Gabriele ist reich. Sie hat viel Geld geerbt.
Gabriele erzählt von ihrem Leben. Sie erzählt von Macht, Geld und Verantwortung.
Die Geschichte
Die Geschichte spielt im Jahr 2090.
Gabriele lädt Menschen zu Kaffee und Torte ein.
Dort gibt sie ihr letztes Live-Interview.
Sie erzählt: In Deutschland ist es sehr schwer, durch Arbeit reich zu werden.
Viele Menschen können sich kein Haus oder keine eigene Wohnung leisten.
Ein sicheres Leben hängt oft davon ab, ob man erbt oder nicht.
Wer ist Gabriele?
Gabriele ist eine Kunstfigur.
Die Sätze, die sie sagt, stammen aus echten Quellen.
Zum Beispiel aus Interviews, Dokumentarfilmen und Texten aus dem Internet.
Aus diesen echten Sätzen entsteht ein neuer Text für die Bühne.
Wie lebt Gabriele?
Gabriele führt ein sehr luxuriöses Leben.
Sie isst Weißwurst in St. Moritz.
Sie trinkt Champagner im Festzelt.
Sie fliegt mit dem Privatjet zu ihren Geschäftsreisen.
Was zeigt das Stück?
Gabriele hat viel Geld und viel Macht.
Das macht ihr Leben schwer und kompliziert.
Im Stück sieht das Publikum die Widersprüche in ihrem Leben.
Das Stück stellt Fragen:
- Wie schnell verurteilen wir reiche Menschen?
- Und welchen Platz haben wir selbst in diesem System aus Geld und Ungleichheit?
Ein Satz von Gabriele
Gabriele sagt zum Beispiel:
„Der Krieg war auch für mich schrecklich. Wir haben sehr viel Geld verloren. Ich habe jetzt nur noch 78 Millionen Dollar.“
Behinderten Parkplatz
Für Gehbehinderte und Rollstuhl geeignet
